Montag. Und plötzlich gehört der Tag wieder mir.
Es gibt Montage, da wacht man morgens auf, schaut ungefähr eine halbe Sekunde an die Decke und denkt sich schon beim ersten Augenaufschlag: Na wunderbar, Montag, du hast mir gerade noch gefehlt, und dann geht dieses übliche Programm los, Kaffee, anziehen, irgendwas suchen, was garantiert genau dann verschwunden ist, wenn man es braucht, Termine im Kopf sortieren, überlegen, wer heute noch etwas von einem will, wo man hinmuss, was man erledigen soll, und irgendwo zwischen Haustür, Tasche und Autoschlüssel merkt man schon, dass man eigentlich noch gar nicht richtig bei sich selbst angekommen ist, aber der Tag längst losgerannt ist.
Ich kenne solche Montage sehr gut, wahrscheinlich besser, als mir lieb ist, weil ich viele Jahre meines Lebens genau so gelebt habe, mit festen Arbeitszeiten, Terminen, Dienstplänen, Verpflichtungen und diesem ständigen inneren Sortieren, wo man jetzt bitte das eigene Leben noch dazwischenquetscht, wenn plötzlich jemand krank wird, wenn zuhause etwas ansteht, wenn man selbst eigentlich einmal einen Gang zurückschalten müsste oder wenn man einfach nur das Bedürfnis hätte, mittags irgendwo zu sitzen, einen Kaffee zu trinken und nicht ständig auf die Uhr schauen zu müssen.
Und dann gibt es Montage wie diesen.
Montage, bei denen eigentlich gar nichts Weltbewegendes passiert und man abends trotzdem dasitzt und sich denkt: Mei, war das schön.
Eigentlich fing dieses Gefühl schon an, bevor ich überhaupt richtig aus dem Haus war, denn mein Schatzerl hatte mir meine Sachen mit runtergetragen, meine Tasche und den Karton für Ewimed, damit ich das Zeug nicht selbst die Treppe hinunterschleppen musste, und allein solche kleinen Gesten tun mir im Moment unglaublich gut, weil da jemand mitdenkt, ohne dass ich erst groß darum bitten muss.
Ich wollte gerade zur Tür raus, da höre ich draußen plötzlich ein Fahrzeug vorfahren.
Zang.
Na, was kommt denn jetzt?
Kein großer Siebeneinhalbtonner, sondern so ein kleiner Sprinter, und tatsächlich waren das meine Sachen, die ich erst am Freitag bestellt hatte, das Material, das ich für Ewimed wieder brauche, und die standen nun prompt vor meiner Haustür.
Also war erst einmal nix mit einfach losfahren.
Ich habe das Zeug reingeschafft, die Fahrerin musste es nicht irgendwo vor die Tür stellen, weil ich ja zufällig genau da war, und irgendwann konnte ich dann tatsächlich los.
Und auch das war eigentlich nur eine Kleinigkeit, eine Lieferung, ein paar Kartons, nichts, worüber normalerweise irgendjemand einen Blogartikel schreiben würde, aber irgendwie passte es schon wieder zu diesem Tag, denn es kam genau richtig, es war jemand da, es ließ sich erledigen – und weiter ging’s.
Vorher hatte ich schon ein bisschen meinen üblichen Kram gemacht, meine Morgenroutine dh. meinen "Zaubertrank" geschlürft, Social Media, Nachrichten, Facebook ein bisschen bespaßt, ein paar Dinge erledigt und gedacht, und dann ging es eben zu Ewimed, weil Arbeit natürlich trotzdem Arbeit bleibt und Selbstbestimmung für mich nie bedeutet hat, dass man morgens die Füße hochlegt und darauf wartet, dass irgendwo ein Sack Geld vom Himmel fällt.
Schön wär’s. 😄
Nein, natürlich arbeite ich, und ein eigenes Business macht sich genauso wenig von allein wie jede andere Arbeit, aber ich merke immer mehr, dass sich etwas verschoben hat, denn früher musste mein Leben um die Arbeit herum organisiert werden, während ich heute immer öfter versuche, die Arbeit in mein Leben einzubauen.
Und das fühlt sich komplett anders an.
Nach Ewimed bin ich nämlich nicht einfach heimgerast, weil irgendwo schon der nächste Punkt auf einer unsichtbaren To-do-Liste mit dem Fuß gewippt hat, sondern ich bin Mittag essen gegangen, weil mein Schatzerl sowieso in seinem kleinen Lokal saß, wo er zurzeit gerne hingeht, und ich habe mich einfach dazugesellt.
Einfach so, an einem Montag, kein Urlaub, kein Feiertag, kein besonderer Anlass, nur Mittagessen mit einem Menschen, den ich gern habe, weil es gerade in meinen Tag gepasst hat.
Und vielleicht klingt das für jemanden, der immer so leben konnte, nach überhaupt nichts Besonderem, aber für mich ist genau das inzwischen eine Form von Luxus geworden, weil ich nicht erst drei Wochen vorher Urlaub beantragen muss, um mit meinem Mann an einem Montagmittag irgendwo sitzen zu können.
Ich merke sowieso immer mehr, dass sich mein Begriff von Luxus verändert hat, denn Luxus ist für mich nicht das Auto, das andere Menschen beeindruckt, nicht das Hotel, bei dem fünf Sterne an der Tür kleben, nicht der Cocktail am Pool und auch nicht dieses typische Businessfoto, bei dem irgendwo ein Laptop herumsteht und einem erklärt werden soll, dass Freiheit offensichtlich aus Palmen, einem weißen Hemd und einem möglichst teuren Auto besteht.
Mein Luxus kann ein Mittagessen mit meinem Schatzerl sein, einfach deshalb, weil es gerade in meinen Tag passt, und genau solche Kleinigkeiten sind für mich inzwischen viel wertvoller, als sie von außen vielleicht aussehen.
Und als wir später wieder zuhause waren, wartete schon die nächste von diesen Kleinigkeiten auf mich, denn Joachim hatte mir inzwischen das ganze gelieferte Material auf den Speicher raufgetragen.
Und da stand ich wieder und dachte: Mei, wie gut tut mir das gerade alles.
Morgens trägt mir mein Schatzerl meine Sachen runter, damit ich sie nicht schleppen muss, die Lieferung kommt genau in dem Moment, in dem ich noch zuhause bin, und während ich unterwegs bin, trägt Joachim das Zeug auch noch auf den Speicher, und vielleicht klingt das alles nach nichts Großem, aber genau das ist es ja, denn es muss nicht immer groß sein.
Es ist dieses Gefühl, dass nicht alles an mir hängenbleibt, dass jemand mitdenkt, dass jemand kurz mit anpackt und dass Dinge manchmal einfach funktionieren dürfen, ohne dass ich sie mit Gewalt passend machen muss.
Und dann kamen die Zauberhaften Wollmäuse.
Allein wenn ich das schreibe, muss ich schon wieder grinsen, weil sich das Ganze so entwickelt hat, wie ich es am liebsten mag, nämlich nicht groß geplant, nicht künstlich aufgeblasen, nicht mit irgendeiner wichtigen Agenda versehen, sondern einfach ganz langsam, von Mensch zu Mensch, mit Kaffee, Gesprächen, Pflanzen, ein bisschen Chaos und immer mehr diesem Gefühl: Da entsteht gerade etwas, das gut tut.
Ramona war da, obwohl es ihr gesundheitlich wirklich nicht gut ging, und genau deshalb hat mich das auch so berührt, weil sie vorher extra angerufen hatte und gesagt hatte, dass sie versucht zu kommen, wenn es einigermaßen geht, und dann war sie tatsächlich da, nicht weil sie musste, nicht weil irgendwer Anwesenheit verlangt hätte, sondern weil sie offensichtlich gerne dabei sein wollte.
Tina war da, Dominik war da, Birgit ebenso und irgendwann saßen wir einfach alle zusammen, ohne irgendein großes Programm, ohne Uhr im Nacken und ohne dieses Gefühl, dass jetzt bitte jemand etwas Produktives liefern muss.
Die eine hatte kalte Trinkschokolade, Ramona ihre Trinkschokolade mit Vanilleeis, Tina ihren Kaffee mit ein bisschen Vanilleeis, ich hatte meinen Kaffee und habe mir später mein Eis so gemacht, wie ich es wollte, und Dominik hatte eigentlich bloß einen Kaffee, hat sich dann aber fast noch mehr über richtig schönes eiskaltes Wasser mit Crushed Ice aus Joachims Kühlschrank gefreut.
Und genau solche Sachen sind es, die bei mir hängenbleiben, denn wenn ich später an einen schönen Nachmittag zurückdenke, erinnere ich mich nicht daran, ob wir irgendeinen wichtigen Tagesordnungspunkt erledigt haben, sondern daran, wie Vanilleeis langsam im Kaffee verschwindet, wie jemand seine kalte Trinkschokolade umrührt, wie Dominik sich über dieses eiskalte Wasser freut, wie wir durcheinanderreden, lachen, irgendwo abschweifen und fünf Minuten später wahrscheinlich gar nicht mehr wissen, womit das Gespräch eigentlich angefangen hat.
Und irgendwann hat Ramona dann einfach in den Raum geworfen: „Einmal im Monat ist eigentlich zu wenig.“
Und ich fand allein diesen Moment so schön, weil das kein Antrag war, kein Tagesordnungspunkt und schon gar kein schlauer Plan nach dem Motto: „Zur besseren Gruppenbindung erhöhen wir jetzt die Frequenz.“
So ein Schmarrn. 😄
Ramona hat es einfach gesagt, und plötzlich war dieser Gedanke im Raum und wir haben gemerkt: Ja, stimmt eigentlich, vier Wochen sind ganz schön lang.
Also machen wir es jetzt einfach vierzehntägig, nicht als Pflichttermin, nicht mit Anwesenheitsliste und schon gar nicht mit Entschuldigungsschreiben, wenn jemand nicht kann.
Denn natürlich kam gleich das Thema auf, dass Tina nicht weiß, ob sie jedes Mal dabei sein kann, und bei Ramona wissen wir sowieso, dass ihre Gesundheit nicht zuverlässig in den Kalender schaut und sagt: Ach ja, heute sind Wollmäuse, dann bin ich natürlich fit.
Und ich habe zu Tina nur gesagt: „Tina, haben wir irgendeinen Vertrag unterschrieben?“
Sie sagt: „Nö.“
Und ich: „Siehste.“ 😁
Mehr muss man doch eigentlich gar nicht sagen, denn wir wissen doch, dass das Leben manchmal dazwischenkommt, dass es Tage gibt, an denen man kann, und andere, an denen es einfach nicht geht, und ich möchte keine Gemeinschaft, in der Menschen schon wieder anfangen müssen, Entschuldigungen zu basteln, nur weil sie bei einem Treffen fehlen.
Gerade Frauen haben oft lange genug funktioniert, haben sich gekümmert, organisiert, geschaut, dass alles läuft, niemanden enttäuscht, niemanden warten lassen, möglichst alles richtig gemacht und sich selbst irgendwo hinten angehängt, und dann soll ausgerechnet eine Gruppe, die gut tun soll, wieder der nächste Ort werden, an dem jemand ein schlechtes Gewissen bekommt, weil es heute eben nicht geht?
Nö.
Wer kann, kommt, wer nicht kann, kommt beim nächsten Mal, und wenn es dreimal nicht klappt, dann klappt es vielleicht beim vierten Mal wieder, ohne dass irgendjemand einen Aufsatz darüber schreiben muss, warum das so war, denn so stelle ich mir Gemeinschaft vor, nicht als Pflichtveranstaltung, sondern als einen Ort, an den man gerne zurückkommt.
Und irgendwann ging es natürlich wieder um alles Mögliche, wie das bei uns halt so ist, und Ramona hat sich von meinem Salbei etwas abgeschnitten, hat sich Nachtkerzen mitgenommen, erst Pflanzen und dann auch noch Blüten, und war so begeistert davon, dass ich schon wieder lachen musste, weil ich diese Nachtkerzen irgendwann nicht rausgemacht hatte, einfach weil ich immer das Gefühl hatte: Die haben irgendeinen Sinn und Zweck, die dürfen bleiben.
Und jetzt ziehen sie plötzlich zu anderen Menschen weiter.
Dominik bekommt am kommenden Wochenende auch welche, außerdem bringe ich ihm Hauswurzen für seine Schwiegermama mit, und wenn ich Glück habe, hat er vielleicht sogar irgendwo ein schönes altes Brettl herumliegen, das zu meiner Monstera dubia passen könnte, denn ja, ich habe auf dem Speicher schon eines gefunden, das wahrscheinlich funktionieren würde, aber wenn er natürlich irgendein altes, schönes, ein bisschen gelebtes Brettl hätte, dann wäre das wieder genau so eine Kleinigkeit, über die ich mich narrisch freuen könnte.
Und dafür bekomme ich meine Nägel wieder hübsch.
Wenn man das alles so erzählt, merkt man eigentlich erst, was da gerade entsteht, denn der eine hat etwas, das der andere brauchen kann, jemand kennt sich mit etwas aus, jemand bringt eine Pflanze mit, jemand nimmt Blüten mit, jemand macht Nägel, jemand hat vielleicht ein Brettl, jemand freut sich über eine Nachtkerze, und ganz langsam entsteht aus diesen kleinen Dingen etwas, das viel größer ist als irgendein Tauschgeschäft, weil wir nicht nur Sachen miteinander teilen, sondern Zeit, Aufmerksamkeit, Ideen, Interessen, ein bisschen Wissen, ein bisschen Verrücktheit und dieses schöne Gefühl, dass man nicht alles alleine machen muss.
Und als wäre dieser Montag damit nicht sowieso schon voll mit kleinen schönen Dingen gewesen, kam dann auch noch Maria dazu, nicht bei den Wollmäusen, sondern in Form einer Nachricht, aber irgendwie hat sie trotzdem genau in diesen Tag hineingepasst.
Sie sucht einen Nebenjob, und ich hatte ihr geschrieben, weil ich gesehen habe, was sie selbst macht und wie schöne Dinge dabei entstehen, und mein erster Gedanke war gar nicht: Aha, die könnte ich jetzt für irgendetwas gewinnen, sondern eher: Mei, Mädel, schau doch mal, was du längst kannst.
Manchmal suchen wir draußen so verzweifelt nach irgendeiner Möglichkeit, dass wir gar nicht mehr sehen, was wir selbst längst in der Hand haben, und vielleicht braucht es dann manchmal bloß jemanden, der von außen hinschaut und sagt: Da ist doch schon etwas.
Und dann hat Maria mir zurückgeschrieben, dass schon lange niemand mehr so lieb und aufbauend mit ihr gesprochen hätte.
Und ganz ehrlich? Da saß ich wirklich da und dachte: Jetzt fehlt bloß noch der Heiligenschein. So ein richtiger Glorienschein einmal rund um die Ursel herum. 😇😂
Natürlich nur kurz, bevor Krümel das Ganze wieder auf Normalmaß zurechtgestutzt hätte, aber diese Nachricht hat mich unglaublich berührt, weil ich ja gar nichts Großartiges gemacht hatte, ich hatte ihr keine Lösung verkauft, ihr nichts versprochen und ihr schon gar nicht erzählt, was sie jetzt gefälligst mit ihrem Leben anfangen soll, sondern ich hatte ihr einfach gesagt, was ich sehe.
Und vielleicht ist genau das manchmal eines der schönsten Dinge, die man einem anderen Menschen geben kann: nicht gleich eine Gebrauchsanweisung fürs Leben, sondern einen kleinen Spiegel, in dem er vielleicht wieder etwas erkennt, das er selbst gerade vergessen hatte.
Und jetzt sitze ich hier am Abend, habe diesen ganzen Montag hinter mir, kuschle zwischendrin mit Krümel und meinem Schatzerl, mache noch ein bisschen was am PC, lasse die Gedanken so vor sich hinlaufen und merke, wie sehr mich dieser Tag beflügelt hat, und ich kann eigentlich gar nicht richtig beschreiben, wie stark dieses Gefühl im Moment ist.
Vielleicht hat sich die Welt gar nicht verändert, vielleicht habe ich plötzlich einen anderen Blick darauf, vielleicht sind solche kleinen guten Dinge früher auch passiert und ich bin im ganzen Funktionieren viel öfter daran vorbeigelaufen, ohne sie richtig wahrzunehmen, vielleicht passiert aber auch tatsächlich gerade besonders viel Schönes.
Ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, dass ich es im Moment sehe und dass es mir unglaublich gut tut.
Ich habe irgendwann zu Ramona gesagt: „Sag mal, was hast du eigentlich wieder gehext?“ 😄
Weil es sich inzwischen fast so anfühlt, nicht wie irgendein großer Zauber, bei dem plötzlich sämtliche Probleme verschwinden und von nun an nur noch Glitzer vom Himmel fällt, sondern wie diese vielen kleinen guten Dinge, die gleichzeitig anfangen aufzuleuchten und aus denen am Ende ein Tag entsteht, der einen viel stärker trägt, als irgendein einzelnes großes Ereignis es vielleicht könnte.
Ein Schatzerl, das morgens meine Sachen runterträgt, eine Lieferung, die genau im richtigen Moment kommt, Joachim, der mir die Kartons auf den Speicher trägt, ein Mittagessen an einem Montag, eine kalte Trinkschokolade, Vanilleeis im Kaffee, Crushed Ice im Wasserglas, eine Frau, die trotz eines schlechten Tages vorbeikommt, weil sie gerne dabei sein möchte, Menschen, die plötzlich feststellen, dass vier Wochen bis zum nächsten Treffen viel zu lang sind, Salbei und Nachtkerzen, die von einem Menschen zum anderen wandern, Hauswurzen für eine Schwiegermama, vielleicht ein altes Brettl für eine Monstera und eine Nachricht von Maria, die mir mitten in diesem ganzen Montag einen kleinen Glorienschein aufsetzt.
Und später mein Schatzerl und Krümel und Conny neben mir.
Wenn ich irgendwo etwas über Homeoffice und Selbstständigkeit lese, dann sehe ich oft zwei völlig unterschiedliche Bilder, denn entweder sitzt jemand acht Stunden zuhause am Schreibtisch statt acht Stunden im Büro und hat im Grunde denselben starren Tag, nur ohne Arbeitsweg, oder man sieht diese typischen Hochglanzbilder mit Laptop am Strand, Palmen, Cocktail und Sonnenuntergang, als würde Freiheit automatisch bedeuten, dass einem beim Arbeiten Sand in die Tastatur fliegt.
Mein Leben sieht weder so noch so aus.
Mein Homeoffice kann morgens ein bisschen Social Media sein, dann Ewimed, dann Mittagessen mit meinem Mann, später Wollmäuse, zwischendrin Nachrichten, abends noch etwas am PC und irgendwann hoffentlich auch wieder meine Vampirgeschichte, wenn Kopf und Zeit dazu passen, und natürlich arbeite ich dabei, denn ein eigenes Geschäft braucht Arbeit, Verlässlichkeit, Kunden, Umsatz, Ideen, Geduld und manchmal auch den berühmten Tritt in den eigenen Hintern, wenn man gerade lieber etwas anderes machen würde.
Aber der Unterschied liegt für mich darin, dass ich immer öfter entscheiden kann, wie ich diese Arbeit um mein Leben herum baue und nicht mein gesamtes Leben um irgendeinen fremden Plan herum.
Und vielleicht versteht jemand, der mein Leben nur von außen betrachtet, gar nicht sofort, warum mich ausgerechnet so ein Montag dermaßen glücklich machen kann, denn da war kein Luxuswagen, kein Fünf-Sterne-Hotel, keine Champagnerflasche und kein Foto, bei dem irgendjemand denken soll: Boah, die hat es geschafft.
Da war Kaffee mit Vanilleeis, da war kalte Trinkschokolade, da war Crushed Ice, da waren Salbei und Nachtkerzen, da waren Hauswurzen, da war vielleicht irgendwo ein altes Brettl für eine Monstera, da waren Menschen, die gesagt haben: „Einmal im Monat ist uns zu wenig.“, da war eine Frau, die mir geschrieben hat, dass lange niemand mehr so lieb und aufbauend mit ihr gesprochen hätte, da war Hilfe, ohne dass ich darum kämpfen musste, da war Zeit, da war Gemeinschaft, da war Arbeit und da war mein ganz normales Leben.
Und ganz ehrlich? Das fühlt sich für mich gerade ziemlich reich an.
Nicht reich im Sinne von Kontostand und auch nicht reich im Sinne von „Schaut her, was ich mir leisten kann“, sondern reich an Momenten, an Menschen, an Zeit, an Möglichkeiten und an diesem Gefühl, dass ich mein Leben immer mehr wieder selbst in die Hand bekomme und dass ich nicht jeden Tag perfekt planen muss, damit er am Ende trotzdem wunderschön werden kann.
Vielleicht ist genau das mein Luxus, dass ich an einem Montagabend dasitzen und sagen kann: Heute hat mein Leben zu mir gepasst.
Nicht alles war planbar, nicht alles war perfekt und mit Sicherheit nicht alles war nach irgendeiner klassischen Definition produktiv, aber es war meins, und vielleicht ist genau das der Grund, warum mich diese Zeit gerade so unglaublich beflügelt, weil ich das Gefühl habe, dass da etwas wächst, nicht nur mein Business, nicht nur die Zauberhaften Wollmäuse, nicht nur irgendein Projekt, sondern mein Leben selbst wächst gerade wieder ein Stück mehr in eine Richtung, die sich nach mir anfühlt.
Und wenn Montag so aussehen darf, dann, mei … darf wirklich öfter Montag sein.
💚 Wenn du noch ein Stück mit mir weitergehen möchtest …
Manchmal beginnt Selbstbestimmung gar nicht mit der einen großen Entscheidung, sondern mit solchen Montagen, an denen man plötzlich merkt, dass das eigene Leben wieder ein bisschen besser zu einem selbst passt. Wenn dich dieser Gedanke gerade ein Stück begleitet, dann geh doch noch ein bisschen weiter mit mir.
Denn genau das steckt auch mitten in diesem Montag: Es geht mir nicht darum, irgendeinem großen Luxus hinterherzurennen, sondern darum, mir Schritt für Schritt mehr eigenen Spielraum zu schaffen – finanziell, zeitlich und vor allem bei meinen Entscheidungen.
Auch das steckt mitten zwischen Wollmäusen, Vanilleeis und der Frage, ob Tina alle vierzehn Tage kommen kann: Menschen sind für mich keine Nummern, keine Kontakte und keine Zahnräder, die gefälligst funktionieren sollen. Ein Business soll zu unserem Leben passen – und nicht das Leben passend fürs Business gemacht werden.
Und wenn bei dir beim Lesen vielleicht irgendwo dieser kleine Gedanke auftaucht: „Ja mei, schön für die Ursel, aber für mich ist es inzwischen zu spät“ – dann würde ich genau dort weiterlesen. Denn nur weil ein Lebensabschnitt vorbei ist, heißt das noch lange nicht, dass keine neuen Wege mehr anfangen dürfen. Am Leuchtturm legt schließlich sowieso kein ICE an. 😄
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