💚 Warum Selbstbestimmung für mich so viel bedeutet
Aktualisiert: 5. Sept.
Selbstbestimmung klingt erst einmal nach einem großen Wort. Nach Freiheit, Unabhängigkeit und vielleicht auch nach Geld.
Für mich beginnt sie aber viel früher.
Sie beginnt in dem Moment, in dem ich aufhöre, nur zu funktionieren. Wenn ich nicht mehr ständig frage: Was erwarten andere von mir? Sondern irgendwann wieder: Was möchte ich eigentlich selbst?
Diese Frage klingt so einfach. Aber wenn man lange funktioniert hat, kann sie verdammt schwer zu beantworten sein.
Arbeit, Familie, Verantwortung, Alltag – da bleibt das eigene Ich schnell irgendwo zwischen Wäschekorb und Verpflichtungen liegen. Man macht, was gemacht werden muss. Man entscheidet vernünftig. Man hält durch. Und irgendwann merkt man vielleicht gar nicht mehr, wie oft man die eigenen Wünsche mit einem „Geht jetzt nicht“ oder „Dafür ist später noch Zeit“ zur Seite geschoben hat.
Ich kenne das gut.
Auch ich habe lange Entscheidungen getroffen, weil sie vernünftig schienen, weil sie erwartet wurden oder weil ich glaubte, keine andere Wahl zu haben. Deshalb bedeutet Selbstbestimmung für mich heute auch nicht, von einem Tag auf den anderen alles umzuwerfen, den Tisch abzuräumen und ein völlig neues Leben anzufangen.
Manchmal beginnt sie viel leiser. Damit, wieder hinzuhören. Auf die eigene Stimme, auf die eigenen Wünsche und manchmal auf dieses kleine Gefühl, das sich hartnäckig immer wieder meldet und sagt: Da geht noch was.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch. Vielleicht gibt es etwas, das du schon lange einmal machen möchtest. Vielleicht möchtest du etwas verändern, weißt aber noch überhaupt nicht wie. Vielleicht ist dein Wunsch gar nicht riesengroß. Ein bisschen mehr Zeit. Ein bisschen mehr finanzieller Spielraum. Etwas Eigenes. Eine Grenze, die du endlich ziehen möchtest. Oder einfach wieder das Gefühl, dass du bei deinem eigenen Leben nicht nur mitfährst, sondern auch selbst am Steuer sitzt.
Natürlich spielt dabei Geld eine Rolle. Wer finanziell unter Druck steht, hat weniger Spielraum. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Und deshalb werde ich bestimmt nicht behaupten, Geld sei unwichtig. Es kann Möglichkeiten schaffen, Sicherheit geben und Entscheidungen leichter machen.
Aber Geld allein macht noch kein selbstbestimmtes Leben.
Denn manchmal beginnt Veränderung lange bevor auf dem Konto irgendetwas anders aussieht. Mit der Entscheidung, etwas zu lernen. Mit der Entscheidung, eine Grenze zu setzen, nicht mehr alles hinzunehmen, eine alte Vorstellung noch einmal zu hinterfragen oder einen neuen Weg wenigstens anzuschauen, statt ihn gleich mit einem „Das ist doch nichts für mich“ wieder zuzumachen.
Bei mir war es auch nicht dieser eine große Sprung. Es waren viele kleine Schritte. Gemächlich, manchmal mit Umwegen, manchmal mit einem kräftigen „Na, das war jetzt wohl nix“. 😄 Aber ich bin weitergegangen.
Und irgendwann habe ich etwas gemerkt, womit ich anfangs gar nicht gerechnet hatte: Ich baue nicht nur etwas auf. Ich entdecke mich selbst neu.
Vielleicht ist das für mich heute sogar einer der schönsten Teile von Selbstbestimmung. Dass ich mit 50, 60 oder darüber hinaus nicht fertig sein muss. Dass ich noch neugierig sein darf. Noch etwas lernen darf. Noch einmal anfangen darf. Und auch meine Meinung ändern darf, wenn ich unterwegs merke: Nein, das passt doch nicht zu mir.
Selbstbestimmung bedeutet für mich nicht, mein Leben perfekt zu beherrschen. Das wäre sowieso ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen, denn das Leben hat schließlich die unangenehme Angewohnheit, bei unseren Plänen nicht immer vorher um Erlaubnis zu fragen.
Für mich bedeutet Selbstbestimmung deshalb etwas anderes: mein Leben bewusst mitzugestalten. In meinem Tempo, mit meinen Erfahrungen, mit meinen Ecken und Kanten und mit der Freiheit, mich immer wieder neu entscheiden zu dürfen.
Und vielleicht ist genau das auch der Gedanke, den du aus dieser Themenwelt für dich mitnehmen kannst. Du musst nicht morgen dein ganzes Leben verändern. Vielleicht reicht es erst einmal, hinzuschauen und dich zu fragen, was du eigentlich selbst möchtest, was dir fehlt, was du behalten willst und was du vielleicht nicht mehr einfach hinnehmen möchtest, nur weil es schon lange so ist.
Manchmal entsteht daraus später eine große Veränderung und manchmal nur eine kleine. Aber beides darf zählen, denn ein neues Leben beginnt nicht immer mit mehr Geld, einem perfekten Plan oder einem mutigen Riesensprung. Manchmal beginnt es einfach damit, dass ein Gedanke nicht mehr verschwindet und man irgendwann merkt: So wie bisher muss es nicht für immer bleiben.
Genau von solchen Momenten erzähle ich im Urselland unter 💚 Selbstbestimmt leben.
Nicht davon, wie man sein Leben perfekt in den Griff bekommt, sondern von echten Entscheidungen, kleinen Schritten, Umwegen und neuen Wegen. Davon, wie es sich anfühlen kann, wenn eine Frau irgendwann wieder anfängt, sich selbst in ihrem eigenen Leben wichtig zu nehmen und vielleicht noch einmal etwas Neues wagt, obwohl andere längst glauben, dafür sei es zu spät.
Bei mir gehörte irgendwann auch die Entscheidung dazu, neue Wege zu gehen und noch einmal etwas aufzubauen. Nicht mit einem großen Knall und nicht mit dem Gefühl, plötzlich alles zu wissen, sondern Schritt für Schritt, so wie es zu mir gepasst hat.
Wie das bei mir konkret aussah, erzähle ich dir in „Warum ich neue Wege gegangen bin“. Vielleicht ist mein Weg überhaupt nicht deiner. Aber vielleicht begegnet dir beim Lesen dieser eine Gedanke, aus dem irgendwann dein eigener Weg entstehen kann.
Und manchmal reicht genau das für den Anfang. 🌿


Kommentare