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Der Christusdorn, der mich überrascht hat 🌸

8. Aug.
3 Min. Lesezeit

Ganz ehrlich?

Den habe ich eigentlich nur gekauft, weil er mich an meine Mutti erinnert hat.

Früher hatte sie einen Christusdorn mit roten Blüten, und ich fand den schon damals wunderschön. Irgendwann war er weg, später habe ich immer wieder einmal nach so einer Pflanze geschaut, aber irgendwie nie eine gefunden.


Bis plötzlich diese alten Zimmerpflanzen wieder modern wurden.

Und da stand er.

Ein klitzekleiner Christusdorn, vielleicht gerade einmal vier Zentimeter hoch, in einem winzigen Minitopf. Also wirklich so ein Töpfchen, bei dem du dir denkst: Mei, niedlich ist er ja, aber wohnen soll er da bitte nicht lange.


Natürlich kam er mit.

Und genauso selbstverständlich kam er daheim erst einmal aus diesem Minitopf raus und in einen vernünftigen größeren Topf.

Dann fing er an zu wachsen.

Langsam zwar, aber schön. Und irgendwann kamen diese rosa Blüten, wegen denen ich ihn überhaupt mitgenommen hatte.


Bis ich plötzlich dachte:

Was ist denn jetzt mit dir los?

Da fehlten Blüten.

Blätter hatten Löcher.

An den Trieben war herumgeknabbert.

Und weil ein Christusdorn mit seinen Stacheln ja nun wirklich keine Einladung zum gemütlichen Herumfummeln ist, musste ich schon ziemlich genau hinschauen.



Und dann habe ich sie entdeckt.

Kleine grüne Raupen.

Natürlich saßen die nicht irgendwo nett oben auf dem Blatt, wo man sie einfach runternehmen konnte.

Nein.

Die saßen teilweise schön zwischen den Dornen.

Na bravo.

Also habe ich angefangen, die kleinen Vielfraße abzusammeln. Teilweise war ich schon fast so weit, dass ich dachte: Jetzt brauchst noch eine Pinzette.

Irgendwann war ich zufrieden.

Alle weg.

Problem gelöst.



Dachte ich.

Am nächsten Tag schaue ich wieder hin.

Schon wieder Raupen.

Also wieder absammeln.

Und am nächsten Tag?

Schon wieder.

Irgendwann habe ich mich wirklich gefragt, ob die nachts irgendwo ein Schild aufstellen:

„Heute wieder Buffet bei Ursel.“ 😂



Und als der Christusdorn dann endlich seine Ruhe hatte, war die Sache natürlich noch nicht vorbei.

Nein.

Dieselben Raupen waren plötzlich am Bogenhanf.

Der schaut deshalb heute teilweise auch recht lustig aus, weil die tatsächlich Löcher aus den Blättern gefressen haben.


Da musste ich dann schon lachen.

Offenbar hatten die beschlossen, sich einmal quer durch meine Hexenküche zu futtern.

Mein Christusdorn hat nach dieser Aktion kurz Pause gemacht mit dem Blühen.

Kann ich verstehen.

Ich würde wahrscheinlich auch erst einmal beleidigt schauen, wenn mich jemand halb auffrisst.

Aber dann hat er sich wieder derappelt.



Und seitdem?

Blüht er eigentlich pausenlos.

Wirklich pausenlos.

Was mich dann gleich zur nächsten Überraschung gebracht hat.



Ich hatte nämlich gedacht:

Christusdorn.

Stachelig.

Dickere Triebe.

Sieht irgendwie sukkulent aus.

Also braucht der bestimmt nicht viel Wasser.

Tja.

Falsch gedacht.

Der möchte bei mir deutlich mehr Wasser, als ich zuerst vermutet hatte. Und wenn er meckert, merke ich das inzwischen ziemlich schnell.



Also wieder etwas gelernt.

Nicht nach dem Aussehen urteilen.

Und robust heißt eben auch nicht unkaputtbar.

Wenn ich ihn irgendwann wieder umtopfen oder herausheben muss, fasse ich jedenfalls garantiert nicht einfach so rein. Dafür sind seine Stacheln wirklich zu ordentlich.

Da nehme ich lieber eine Grillzange oder irgendeine andere kreative Lösung.

Ja, richtig gelesen.

Eine Grillzange. 😂



Bei Pflanzen muss man manchmal erfinderisch sein.

Und genau deshalb mag ich sie so.

Sie überraschen mich.

Mal mit einer Blüte.

Mal mit ihren Eigenheiten.

Und manchmal eben mit einer ganzen Raupen-Gang, die meint, meine Pflanzen wären ein kostenloses All-you-can-eat-Buffet.

Langweilig wird es jedenfalls nie.



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