Warum ich lieber kleine Pflanzen kaufe 🌿
„Warum kaufst du dir nicht gleich eine große, schöne Pflanze?“
Ja mei, kann man machen. Sieht natürlich sofort toll aus, steht da, macht was her, fertig.
Aber ganz ehrlich?
Das ist dann halt noch nicht meine.
Ich habe ihr ja nicht beim Wachsen zugeschaut, ich weiß nicht, wie sie sich entwickelt hat, ich habe nicht erlebt, wie plötzlich das erste richtig große Blatt kam oder wie ich irgendwann davorstand und dachte: „Huch, wann bist du denn so groß geworden?“
Und genau das mag ich.
Ich nehme lieber eine kleine Pflanze oder einen Ableger und schau dann, was daraus wird. Manchmal funktioniert das wunderbar, manchmal eben nicht, weil ich ja auch keinen magischen grünen Daumen habe – ich vergesse sogar regelmäßig das Gießen. 😂 Aber jede kriegt bei mir erst einmal ihre Chance.
Bestes Beispiel: meine Monkey Monstera.
Die erste ist eingegangen.
Warum? Keine Ahnung. Irgendwas hat ihr nicht gepasst.
Da hätte ich natürlich sagen können: „Gut, Monkey und ich, des wird nix.“
Hab ich aber nicht.
Ich hab mir noch eine geholt und gedacht: Na, probieren wir’s halt noch einmal.
Und siehe da, die zweite wächst. Sie kriegt zwar zwischendurch immer wieder gelbe Blätter und ich glaube inzwischen, dass sie einfach ein bisschen mehr Wasser braucht, als ich normalerweise verteile – was bei mir durchaus vorkommen kann, weil meine Pflanzen schon a weng robust sein müssen. 😄
Aber sie steht auf ihrem Hockerl in der Küche, schaut inzwischen gar nicht schlecht aus und scheint sich dort wohlzufühlen.
Ach ja, und manchmal bekommt sie sogar meinen Zaubertrank in Mini.
Nicht extra natürlich. Wenn im Glasl noch ein Rest ist, Wasser rein zum Ausspülen und bevor ich das wegkippe, denke ich mir: Na, kriegst du’s halt.
So läuft das bei uns. 😂
Ich glaube, genau das macht für mich den Unterschied.
Ich will Pflanzen nicht fertig kaufen.
Ich will erleben, wie sie werden.
Meine große Monstera deliciosa war ja auch nicht schon immer ein halber Dschungel mit Blättern um die 70 Zentimeter. Die ist über viele Jahre so geworden, mit allem, was dazugehört – Wachstum, Umtopfen, einem ziemlich blöden Gießunfall und irgendwann einem Topf, in dem eigentlich mehr Wurzeln als Erde waren.
Und jetzt steht sie da und macht einfach was her.
So etwas kann ich nicht kaufen.
Das wächst mit.
Und deshalb geistert mir wahrscheinlich diese Monstera Dubia auch so im Hirnkastl herum.
Ich hab die im Gartencenter gesehen und wirklich erst gedacht: Häää? Das sind doch zwei verschiedene Pflanzen.
Unten diese Blätter ganz eng am Brett und oben plötzlich die großen mit den Löchern.
Erst zuhause hab ich verstanden: Nö. Eine Pflanze.
Seitdem war’s eigentlich schon passiert.
Der Platz im Wohnzimmer war sofort da.
Leere Wand, Sofa davor, Blumenkasten unten, Brett hoch und die Dubia darf sich dann schön entlanghangeln.
Fertig geplant.
Die Pflanze selber fehlt halt noch. 😂
Wobei... inzwischen habe ich sogar schon einen gut bewurzelten Ableger entdeckt und vorsichtig angefragt.
Ob sie tatsächlich bei mir einzieht, weiß ich noch nicht.
Aber irgendwie finde ich den Gedanken schön:
Manche Pflanzen ziehen halt zweimal ein.
Erst im Kopf.
Und wenn’s gut läuft, später auch noch in der Wohnung.
Und wenn nicht?
Dann warte ich eben auf die nächste.
Pflanzen haben schließlich Zeit.
Und ich eigentlich auch.
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