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💸 Jetzt geht’s den Rentnern auch noch an den Minijob? Moment mal …

5. Sept.
3 Min. Lesezeit


Heut früh, Kaffee grad frisch im Haferl, sitz ich am Küchentisch, und dann poppt sie mir entgegen, diese Schlagzeile:

„Minijob neben der Rente: Bundeskabinett beschließt nächste Änderung.“

Na bravo, denk ich mir. Jetzt also auch noch das. Mein Puls war schneller als mein Kaffee warm, denn diesmal les ich so eine Schlagzeile ja nicht nur aus Interesse. Ich bin Rentnerin. Und ich hab selbst einen Minijob. Das betrifft mich also ganz persönlich.



Und sofort seh ich auch die anderen Rentnerinnen und Rentner vor mir, die sich mit ihrem Minijob ein bissel was dazuverdienen. Für manche ist das vielleicht das Geld fürs Auto, für die Katze, für den Einkauf oder einfach der kleine Spielraum, der am Monatsende guttut. Und jetzt will man uns auch noch da ans Geld?



Aber dann – und das ist inzwischen wirklich so eine Art Reflex bei mir geworden – stell ich das Haferl erst einmal ab und schau genauer hin.



Das hab ich wahrscheinlich auch aus meinen vielen Jahren im Blutspendedienst mitgenommen. Da waren es Blutbeutel, Angaben und Abläufe, die genau angeschaut und geprüft werden mussten, bevor es weiterging. Erst schauen, dann urteilen. Offenbar ist mir davon etwas geblieben.



Und siehe da: Ganz so, wie es im ersten Moment klingt, ist es eben nicht.


Was das Bundeskabinett tatsächlich beschlossen hat, betrifft die sogenannte Pauschalsteuer beim Minijob. Die soll ab 2027 von 2 auf 5 Prozent steigen. Klingt erst einmal ordentlich. Aber – und genau da beginnt das Kleingedruckte – diese Pauschalsteuer trägt normalerweise der Arbeitgeber. Das bedeutet also nicht automatisch, dass mir als Rentnerin mit Minijob oder anderen Minijobbern plötzlich drei Prozent mehr vom Lohn weggenommen werden.



Und weil ich schon einmal beim Nachschauen war, bin ich gleich noch über die Aktivrente gestolpert, die seit diesem Jahr gilt. Bis zu 2.000 Euro Arbeitslohn im Monat steuerfrei, wenn man die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt – das klingt natürlich erst einmal interessant. Gerade wenn man wie ich schon in Rente ist und trotzdem noch arbeitet.



Aber auch da lohnt sich der zweite Blick. Denn der klassische Minijob fällt unter diese Steuerfreiheit gerade nicht. Dafür braucht es eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Und Einkünfte aus einer Selbstständigkeit fallen ebenfalls nicht darunter.



Da musste ich dann tatsächlich grinsen, mitten in meinem Küchentisch-Ärger. Weil mir wieder aufgefallen ist, wie sehr ich mir das über die Jahre angewöhnt hab: nicht nur das Etikett zu lesen. Nicht beim Joghurt, den ich mir eh selber ansetz, nicht bei Werbung, nicht im Business und eben auch nicht bei einer Schlagzeile, die politisch daherkommt.



Vorne steht gern was Großes, Lautes und Aufregendes. Muss ja schließlich angeklickt werden. Aber wenn man das Ding einmal umdreht und das Kleingedruckte liest, schaut die Geschichte oft schon ganz anders aus.



Vielleicht ist das tatsächlich einer der stillen Vorteile vom Älterwerden. Ich muss nicht mehr bei jeder Überschrift sofort aufspringen. Ich kann erstmal sagen: Moment. Schau mer mal, was wirklich dahintersteckt. Und dann, in aller Ruhe, weitertrinken. Das Haferl war zum Glück noch warm genug dafür.☕😁


Und vielleicht ist genau das ein Stück von dem, was für mich Selbstbestimmung heute bedeutet: nicht alles glauben, was mir jemand groß vor die Nase hält. Selber hinschauen, nachfragen, prüfen und mir dann meine eigene Meinung bilden. Ob es um Geld geht, ums Älterwerden, um neue Wege oder einfach um den ganz normalen Alltag.


Ich kann mich irren. Aber das sind meine Gedanken. Ursel denkt laut. Wie denkst du darüber?



🌿 Wegweiser durchs Urselland

Wenn du nach dieser Schlagzeile noch ein Stückerl weitergehen möchtest: Im Urselland geht’s nicht darum, dir zu sagen, was du denken sollst. Ich erzähle dir, was mir begegnet, was mich manchmal ärgert oder stutzig macht – und warum ich inzwischen lieber selber hinschaue, bevor ich etwas einfach übernehme.

Selbstbestimmung beginnt für mich nicht erst bei den großen Lebensentscheidungen. Sie steckt auch darin, Fragen zu stellen, eigene Entscheidungen zu treffen und nicht jeden Weg zu gehen, nur weil andere sagen, dass man das eben so macht.


Über Schubladen, vorschnelle Urteile und dieses wunderbare Phänomen, Menschen anzuschauen und schon zu glauben, man wüsste, was in ihnen steckt. Manchmal lohnt sich auch bei Menschen der zweite Blick.

Es gibt Dinge im Alltag und in unserer Gesellschaft, bei denen ich nicht einfach weiterscrollen kann. Nicht weil ich jemandem eine Meinung vorschreiben will, sondern weil selber denken manchmal genau dort anfängt, wo man noch einmal genauer hinschaut.






Zeitungsähnliche Grafik zum Thema Minijob neben der Rente mit Lupe und Hinweis „Schau hinters Etikett“

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