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Wenn Reizdarm sogar bei Nähe mitreden will

9. Aug.
11 Min. Lesezeit

Wenn Reizdarm sogar bei Nähe mitreden will


Vielleicht kennst du diesen Moment. Eigentlich geht es gerade gar nicht ums Essen, nicht um Einkaufslisten, nicht um FODMAP, nicht um die nächste Toilette und auch nicht um irgendeinen Termin draußen. Eigentlich geht es um Nähe. Um einen Menschen. Um einen Abend. Um dieses Gefühl, sich fallen lassen zu wollen. Und dann meldet sich dein Bauch. Nicht laut vielleicht. Nicht mit großem Drama. Aber genug, dass du innerlich wieder da bist, wo du eigentlich gerade nicht sein wolltest: beim Kontrollieren. Beim Horchen. Beim Überlegen. Beim „hoffentlich jetzt nicht“.


Ich kenne dieses innere Umschalten gut. Von außen sieht vielleicht alles ruhig aus. Du sitzt da, du lachst vielleicht, du bist dabei, du wirkst ganz normal. Aber innen läuft plötzlich dieses zweite Programm. Wie fühlt sich der Bauch an? Ist das nur ein Grummeln oder wird das mehr? Habe ich vorhin etwas Falsches gegessen? Muss ich gleich zur Toilette? Riecht man etwas? Sieht man etwas? Bin ich aufgebläht? Kann ich mich überhaupt entspannen, wenn mein Körper gerade wieder macht, was er will?


Und genau da wird Reizdarm so gemein. Weil er nicht nur bei Mahlzeiten mitreden will. Nicht nur unterwegs. Nicht nur im Supermarkt, im Café oder auf der Fahrt zum Arzt. Manchmal setzt er sich mitten in einen Moment, der eigentlich weich sein sollte. Nah. Warm. Menschlich. Und plötzlich bist du nicht mehr ganz da. Nicht, weil du nicht willst. Sondern weil dein Bauch dich zurückzieht in deinen Kopf.


Nähe braucht Vertrauen, und Reizdarm knabbert daran


Nähe ist ja nicht nur Körper. Nähe ist Vertrauen. Dieses kleine innere „ich darf jetzt loslassen“. Ich darf mich zeigen. Ich muss nicht alles kontrollieren. Ich muss nicht perfekt sein. Ich muss nicht vorher schon jede mögliche Peinlichkeit verhindern.


Mit Reizdarm kann genau das schwierig werden. Weil dein Körper manchmal unberechenbar ist. Weil du vielleicht Erfahrungen gemacht hast, über die man nicht gern spricht. Blähbauch. Geräusche. Druck. Durchfallangst. Verstopfung. Schmerzen. Dieses Gefühl, im eigenen Körper nicht sicher zu sein. Und wenn du dich im eigenen Körper nicht sicher fühlst, dann wird es schwerer, einem anderen Menschen ganz nah zu sein.


Ich weiß noch, wie sehr solche Gedanken einen aus dem Moment reißen können. Du willst eigentlich fühlen, aber du prüfst. Du willst Nähe zulassen, aber du spannst dich an. Du willst dich schön fühlen, aber dein Bauch fühlt sich an wie ein eigenes Thema mitten im Raum. Und dann kommt vielleicht noch dieser gemeine innere Satz: So kann mich doch keiner attraktiv finden.


Doch. Kann er. Aber ich weiß, dass man das in dem Moment nicht immer glauben kann.


Wenn der Bauch das Körpergefühl verändert


Reizdarm verändert nicht nur, wie dein Bauch sich anfühlt. Er verändert manchmal, wie du dich selbst wahrnimmst. Ein aufgeblähter Bauch kann sich anfühlen, als würdest du plötzlich nicht mehr in deinen eigenen Körper passen. Die Hose drückt. Das Kleid sitzt anders. Du ziehst vielleicht automatisch etwas Weiteres an, nicht weil du diesen Stil heute so liebst, sondern weil du dich verstecken willst.


Und dann sollst du dich weiblich fühlen. Begehrenswert. Frei. Locker. Ja mei. Das klingt leicht, wenn man es von außen sagt. Aber wenn der Bauch spannt, wenn du dich aufgebläht fühlst, wenn du Angst hast, dass Geräusche kommen oder du dringend zur Toilette musst, dann ist Weiblichkeit nicht unbedingt das erste Gefühl, das sich meldet. Dann meldet sich eher Vorsicht. Scham. Rückzug.


Ich schreibe das nicht als Beobachterin. Ich kenne dieses Gefühl, wenn der Körper einem die Leichtigkeit nimmt. Wenn man nicht nur denkt „mein Bauch tut weh“, sondern „ich fühle mich gerade nicht wie ich“. Und das ist ein Unterschied. Ein großer sogar.


Weil Beschwerden irgendwann nicht mehr nur Beschwerden sind. Sie kriechen in dein Selbstbild. In deine Kleidung. In deine Bewegungen. In deine Lust, rauszugehen. In deine Lust, dich zu zeigen. Und manchmal eben auch in deine Lust auf Nähe.


Scham ist oft schwerer als das Grummeln


Was mich an diesem Thema so berührt: Oft ist nicht einmal das Bauchgrummeln das Schlimmste. Es ist die Scham drumherum. Diese Angst, dass etwas passiert. Diese Angst, dass jemand merkt, wie angespannt du bist. Diese Angst, dass dein Körper etwas tut, das du nicht kontrollieren kannst.


Und Scham macht leise. Sehr leise. Über Bauchbeschwerden spricht man vielleicht noch halbwegs, wenn es sein muss. Aber über Nähe, Gerüche, Geräusche, Blähbauch, Toilette, Lust und Körpergefühl? Da wird es schnell still. Gerade bei Frauen. Gerade bei Frauen 50plus, die sowieso oft gelernt haben, über vieles zu funktionieren und über wenig wirklich zu reden.


Dabei ist genau dieses Schweigen so schwer. Weil du dann denkst, du bist die Einzige. Die Einzige, die vorher überlegt, was sie gegessen hat. Die Einzige, die Nähe verschiebt, weil der Bauch unruhig ist. Die Einzige, die sich in bestimmten Phasen lieber nicht anfassen lassen mag, weil der Körper sich nicht gut anfühlt. Die Einzige, die innerlich zusammenzuckt, wenn der Bauch genau im falschen Moment Geräusche macht.


Nein. Bist du nicht.


Du bist vielleicht nur eine von vielen, die bisher gedacht hat, darüber redet man nicht.


Der Kopf kann lauter werden als der Körper


Manchmal ist der Bauch gar nicht so schlimm wie die Angst davor. Das ist das Verrückte. Da ist vielleicht nur ein kleines Ziehen, ein bisschen Druck, ein unsicheres Gefühl. Aber im Kopf geht sofort die ganze Kette los. Was, wenn es schlimmer wird? Was, wenn ich gleich weg muss? Was, wenn ich nicht mehr entspannt bleiben kann? Was, wenn ich komisch wirke? Was, wenn ich die Stimmung kaputt mache?


Und dann bist du schon halb weg, obwohl du körperlich noch da sitzt.


Ich kenne dieses innere Vorausdenken. Dieses Absichern, bevor überhaupt etwas passiert ist. Der Körper hat irgendwann Erfahrungen gesammelt, und der Kopf will dich schützen. Eigentlich meint er es gut. Nur leider schützt er dich manchmal so gründlich, dass er dir genau das nimmt, wonach du dich sehnst: Nähe. Leichtigkeit. Vertrauen.


Da sitzt du dann neben einem Menschen und bist gleichzeitig bei deinem Bauch, deiner Angst, deiner inneren Notfallplanung und diesem Wunsch, einfach nur normal zu sein.


Aber normal ist vielleicht gar nicht der richtige Maßstab. Vielleicht ist ehrlicher der bessere.


Du bist nicht weniger Frau, weil dein Bauch schwierig ist


Das möchte ich ganz deutlich schreiben: Du bist nicht weniger Frau, weil dein Bauch schwierig ist. Du bist nicht weniger begehrenswert, weil du Beschwerden hast. Du bist nicht weniger liebenswert, weil dein Körper manchmal Geräusche macht, aufbläht, drückt oder dich verunsichert.


Ich weiß, dass solche Sätze leicht klingen können. Fast zu leicht. Weil sie im Kopf vielleicht ankommen, aber im Bauch noch lange nicht. Gerade wenn du dich selbst an manchen Tagen kaum anschauen magst, wenn du dich unförmig fühlst oder müde oder gereizt oder einfach nicht wohl in deiner Haut.


Aber trotzdem stimmt es. Dein Wert hängt nicht daran, ob dein Bauch heute flach ist. Dein Frausein hängt nicht daran, ob dein Darm brav still bleibt. Deine Nähefähigkeit hängt nicht daran, ob dein Körper perfekt funktioniert.


Du bist nicht nur dein Bauch.


Du bist auch nicht nur deine Beschwerden.


Du bist eine ganze Frau. Mit Geschichte. Mit Sehnsucht. Mit Humor. Mit Unsicherheit manchmal. Mit Erfahrung. Mit einem Körper, der viel getragen hat und nicht immer leise ist.


Und dieser Körper darf trotzdem liebevoll berührt werden. Auch von dir selbst.


Nähe beginnt manchmal vor der Berührung


Vielleicht beginnt Nähe in solchen Phasen gar nicht zuerst mit Berührung. Vielleicht beginnt sie mit Ehrlichkeit. Mit einem Satz, der nicht alles erklären muss, aber etwas öffnet. „Mein Bauch ist heute schwierig, ich bin ein bisschen angespannt.“ Oder: „Ich brauche kurz Sicherheit.“ Oder: „Ich mag Nähe, aber heute bitte langsam.“


Das klingt vielleicht ungewohnt. Vor allem, wenn du gelernt hast, solche Dinge lieber zu verstecken. Aber Verstecken kostet Kraft. Und manchmal kostet es so viel Kraft, dass für Nähe gar nichts mehr übrig bleibt.


Ich glaube, viele Frauen sehnen sich nicht danach, alles haarklein erklären zu müssen. Sie sehnen sich danach, nicht dauernd so tun zu müssen, als wäre nichts.


Und natürlich braucht es dafür den richtigen Menschen. Jemanden, der nicht lacht, nicht abwertet, nicht genervt die Augen verdreht, sondern versteht: Das ist kein Drama. Das ist ihr Körper. Das ist gerade Teil der Situation.


Wer damit respektlos umgeht, ist nicht der Maßstab für deine Weiblichkeit. Punkt.


Wenn du dich selbst wieder mitnehmen darfst


Bei mir ist das ein wichtiger Gedanke geworden: Ich will mich nicht mehr verlassen, nur damit eine Situation nach außen leichter aussieht. Ich will nicht mehr so tun, als ginge es mir gut, wenn mein Körper innerlich schon die rote Fahne hebt. Und ich will mich auch nicht für jeden schwierigen Bauchtag selbst schämen, als hätte ich etwas falsch gemacht.


Das heißt nicht, dass alles einfach ist. Ist es nicht. Es gibt Tage, da fühlt sich der Körper nicht nach Zuhause an, sondern eher nach Baustelle mit schlechter Beschilderung. Aber ich merke, wie wichtig es ist, dann nicht auch noch gegen mich zu gehen.


Wenn dein Bauch schwierig ist, brauchst du nicht zusätzlich Selbstverachtung.


Du brauchst vielleicht Ruhe.


Du brauchst vielleicht Humor.


Du brauchst vielleicht einen sicheren Ort.


Du brauchst vielleicht eine Toilette in Reichweite.


Du brauchst vielleicht ein ehrliches Gespräch.


Du brauchst vielleicht einfach den Satz: Ich darf heute trotzdem ich sein.


Nicht perfekt. Nicht unkompliziert. Aber ich.


Meine Bausteine sind mein täglicher Anker


Auch hier gehört mein täglicher Anker für mich dazu. Meine Bausteine sind kein Versprechen, dass Nähe plötzlich immer leicht ist, dass der Bauch nie wieder stört oder dass Scham sich einfach auflöst. So ein Schmarrn. Aber sie sind für mich Teil davon, mich nicht erst dann wichtig zu nehmen, wenn ich schon völlig angespannt bin.


Ich will meinen Körper nicht nur beachten, wenn er mir einen Abend vermiest. Ich will ihn vorher mitnehmen. Regelmäßig. Ruhig. In meinem Tempo. Nicht als Lösung für alles, sondern als Haltung. Als Erinnerung: Ursel, du bist nicht erst dann dran, wenn gar nichts mehr geht.


Für mich hat das viel verändert. Nicht über Nacht. Nicht spektakulär. Aber im Alltag. Weil ich weniger aus dem reinen Reagieren leben will. Nicht nur: Bauch macht Theater, ich reagiere. Angst kommt, ich reagiere. Scham kommt, ich ziehe mich zurück. Sondern mehr: Ich sorge vorher für mich. Ich schaue auf Versorgung. Ich schaue auf Ruhe. Ich schaue auf das, was mich trägt.


Und wenn trotzdem ein schwieriger Tag kommt, dann ist das kein Beweis, dass alles umsonst war. Dann ist es einfach ein schwieriger Tag.


Frautark heißt auch, sich nicht aus dem eigenen Körper zu verabschieden


Für mich ist das ein sehr frautarkes Thema, auch wenn es erst einmal nicht so klingt. Frautark ist nicht nur Business, Sichtbarkeit oder Selbstständigkeit. Frautark ist auch, dich selbst nicht zu verlassen, wenn dein Körper schwierig wird.


Es ist leicht, sich stark zu fühlen, wenn alles gut läuft. Wenn der Bauch ruhig ist, die Kleidung sitzt, der Tag planbar ist und der Kopf nicht dauernd mitrechnet. Aber was ist an den anderen Tagen? An den Tagen, an denen du dich unwohl fühlst, unsicher, aufgebläht, angespannt, vielleicht beschämt?


Genau da zeigt sich für mich Selbstbestimmung. Nicht als lautes „mir ist alles egal“. Sondern als leises: Ich bleibe bei mir. Ich rede mich nicht klein. Ich mache mich nicht lächerlich. Ich zwinge mich nicht über meine Grenzen. Ich darf sagen, was ich brauche.


Das ist keine Schwäche. Das ist erwachsen.


Und manchmal ist es mutiger, Nähe langsam zuzulassen, als so zu tun, als wäre alles einfach.


Du darfst Grenzen haben, ohne dich zu entschuldigen


Gerade bei Nähe ist das wichtig. Du darfst Grenzen haben. Du darfst einen schlechten Bauchtag haben. Du darfst sagen, dass du heute nicht so kannst. Du darfst langsamer sein. Du darfst eine Pause brauchen. Du darfst erst zur Toilette gehen, bevor du dich überhaupt entspannen kannst. Du darfst dich umziehen, weil etwas drückt. Du darfst lachen, wenn der Bauch Geräusche macht, oder auch nicht lachen, wenn dir nicht danach ist.


Du musst deinen Körper nicht zur Verfügung stellen, nur damit niemand merkt, dass etwas schwierig ist.


Und du musst dich nicht für jedes Bedürfnis entschuldigen.


Ich weiß, dass das nicht immer leicht ist. Besonders dann nicht, wenn man gewohnt ist, lieb zu sein, unkompliziert zu sein, nicht zu stören, keine Umstände zu machen. Viele Frauen haben das tief drin. Dieses „ich will niemandem zur Last fallen“.


Aber Nähe, die nur funktioniert, wenn du dich selbst übergehst, ist keine gute Nähe.


Gute Nähe darf dich mitnehmen. Auch mit Bauch. Auch mit Unsicherheit. Auch mit Grenzen.


Humor hilft, aber er darf nicht alles zudecken


Ich liebe Humor. Ohne Humor wäre vieles mit Reizdarm kaum auszuhalten. Ein trockener Krümel-Kommentar, ein inneres „na danke, Bauch“, ein bisschen Lachen über das Absurde, das hilft manchmal wirklich. Humor nimmt Schärfe raus. Er macht Luft. Er verhindert, dass alles nur schwer wird.


Aber Humor darf nicht bedeuten, dass du dich selbst wegwitzelst.


Das kenne ich nämlich auch. Schnell einen Spruch machen, bevor es unangenehm wird. Lieber selbst lachen, bevor jemand anders komisch reagieren könnte. Die Sache klein machen, damit sie nicht so verletzlich wirkt.


Manchmal ist das okay. Manchmal ist es Schutz. Aber manchmal wäre es ehrlicher zu sagen: Das ist mir gerade unangenehm. Ich brauche kurz. Ich bin angespannt. Mein Bauch macht mir gerade Unsicherheit.


Krümel würde wahrscheinlich sagen: „I würd einfach auf den Tisch kotzen und dann so tun, als wär nix.“


Ja, kleiner Mann. Genau deshalb bist du Kater und nicht Beziehungsberater.


Vielleicht darf Nähe anders werden


Vielleicht bedeutet Reizdarm nicht, dass Nähe weg muss. Vielleicht bedeutet es, dass Nähe ehrlicher werden darf. Weniger Schauspiel. Weniger Perfektion. Weniger „ich muss funktionieren“. Mehr echtes Miteinander. Mehr Rücksicht. Mehr Langsamkeit. Mehr Körper, wie er wirklich ist, nicht wie er in Hochglanzbildern vorkommt.


Das ist nicht immer romantisch im klassischen Sinn. Aber vielleicht ist es menschlicher. Und auf Dauer sogar näher.


Denn echte Nähe entsteht nicht nur dann, wenn alles glatt ist. Echte Nähe entsteht auch dort, wo jemand bleiben darf, obwohl etwas schwierig ist. Wo man nicht sofort flüchten muss, wenn der Körper nicht perfekt mitspielt. Wo ein Satz wie „mein Bauch ist heute unruhig“ nicht das Ende der Stimmung ist, sondern einfach eine Information.


Ich wünsche jeder Frau mit Reizdarm solche Räume. Räume, in denen sie sich nicht schämen muss. Räume, in denen sie nicht jedes Geräusch, jedes Ziehen und jede Unsicherheit alleine tragen muss. Räume, in denen sie sagen darf: Ich möchte Nähe, aber ich brauche Sicherheit.


Das ist kein Widerspruch.


Das ist ehrlich.


Du bist nicht zu kompliziert für Nähe


Vielleicht ist das der wichtigste Satz in diesem Artikel: Du bist nicht zu kompliziert für Nähe.


Du hast vielleicht einen komplizierten Bauch. Du hast vielleicht schwierige Tage. Du hast vielleicht Erfahrungen, die dich vorsichtig gemacht haben. Du hast vielleicht Angst, dich zu zeigen, wenn dein Körper gerade nicht so tut, wie du es gern hättest.


Aber du bist nicht zu kompliziert.


Du bist eine Frau, die gelernt hat, mit einem unberechenbaren Körper zu leben. Du hast dir Strategien gebaut. Du hast dich geschützt. Du hast vielleicht manchmal mehr geplant als andere. Vielleicht hast du dich auch zurückgezogen, weil es leichter war, als die Scham auszuhalten.


Das macht dich nicht falsch.


Es zeigt nur, wie sehr dein Körper dein Leben berührt.


Und genau deshalb darfst du dir Stück für Stück Nähe zurückholen. Nicht mit Druck. Nicht mit „jetzt stell dich nicht so an“. Sondern mit Würde. Mit Ehrlichkeit. Mit Menschen, die damit umgehen können. Und mit dir selbst an deiner Seite.


Für heute reicht vielleicht dieser Gedanke: Wenn dein Reizdarm sogar bei Nähe mitreden will, bist du nicht weniger Frau. Du bist nicht kaputt. Du bist nicht peinlich. Du darfst deinen Körper ernst nehmen und trotzdem Nähe wollen.


Ganz ohne Druck.


Von Frau zu Frau.



Weiterlesen statt Warenkorb


Vielleicht erwartest du hier jetzt eine Liste mit Kapseln, Pulver, Rabattcode und „klick hier, dann wird alles gut“.


Ätsch.


So einfach mache ich es mir nicht. Und dir auch nicht.


In dieser Themenwelt geht es erst einmal darum, ehrlich hinzuschauen. Auf Reizdarm. Auf Alltag. Auf diese kleinen Momente, die kaum jemand laut ausspricht. Auf Haut, Gutti-Box, Gelenke, Essen, Toilette, Nähe, Scham, Angst, Versorgung und dieses Gefühl, dass der Körper manchmal an mehreren Stellen gleichzeitig ruft.


Wenn du tiefer einsteigen möchtest, lies gern weiter in meiner Reizdarm-Reihe.








Und nach und nach kommen weitere Artikel dazu. Über Alltag, Körpergefühl, Selbstfürsorge und all diese Themen, bei denen man oft denkt: „Bin ich eigentlich die Einzige, der es so geht?“


Nein. Bist du nicht.


Und wenn du irgendwann wissen möchtest, welche Bausteine für mich mein täglicher Anker sind, dann darfst du mir natürlich schreiben. Aber hier im Blog geht es nicht darum, dir schnell etwas in den Warenkorb zu legen.


Hier geht es erst einmal darum, dass du dich selbst wieder ernster nimmst.



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