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💭 Ursel denkt laut – Menschlichkeit im Alltag

6. Aug.
1 Min. Lesezeit

Teil 1 Erst verständlich. Dann Amtsdeutsch.


(Persönliche Geschichte)


Vor ein paar Tagen lag wieder ein Behördenbrief im Briefkasten.

Kennst du dieses Gefühl?

Noch bevor du überhaupt verstanden hast, worum es geht, springt dir ein Satz entgegen, der dir den Boden unter den Füßen wegzieht.

Ich habe den Brief einmal gelesen.

Dann noch einmal.

Und noch einmal.

Nicht, weil ich den Inhalt nicht lesen konnte.

Sondern weil ich ihn erst einmal verstehen musste.



Ich bin kein Jurist.

Ich bin keine Verwaltungsfachfrau.

Ich bin einfach eine Bürgerin.

Da habe ich mich gefragt:

Warum beginnen viele Behördenbriefe nicht mit dem Wichtigsten?

Nicht mit Paragraphen.

Nicht mit Berechnungen.

Nicht mit Fachbegriffen.



Sondern ganz einfach:

Was ist passiert?

Was bedeutet das für mich?

Was muss ich jetzt tun?

Bis wann?

Wo bekomme ich Hilfe?



Erst danach dürfen von mir aus zehn Seiten Amtsdeutsch folgen.

Denn Gesetze müssen stimmen.

Aber der Mensch muss sie auch verstehen.

Für mich gehört verständliche Sprache zur Barrierefreiheit.

Nicht jeder hat jemanden, der beim Übersetzen hilft.

Nicht jeder traut sich nachzufragen.

Und genau deshalb wünsche ich mir:


Erst verständlich. Dann Amtsdeutsch.


Ich kann mich irren. Das sind meine Gedanken.


Ursel denkt laut.



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