Der Bogenhanf sprengt schon wieder den Topf 🌿
Wenn mich jemand fragt, wann ich einen Bogenhanf umtopfe, ist meine Antwort ganz einfach:
Wenn er selber beschließt, dass es Zeit wird.
Also dann, wenn der Topf eigentlich bloß noch Deko ist und die Wurzeln längst beschlossen haben, auszuziehen.
Vorher rühre ich ihn gar nicht an.
Meine Bogenhanf kennen das schon.
Sie wachsen einfach so lange weiter, bis wirklich nichts mehr geht. Und dann kommt irgendwann der Tag, an dem ich mir denke:
"Na gut... jetzt hast gewonnen."
Dann wird geteilt.
Ja, tatsächlich mit einem scharfen Messer.
Das hört sich im ersten Moment schlimmer an, als es ist. Der Bogenhanf nimmt mir das überhaupt nicht übel. Im Gegenteil. Kaum hat jede Hälfte wieder ihren eigenen Topf, wachsen beide fröhlich weiter.
Und genau da fängt mein Platzproblem an. 😂
Denn plötzlich habe ich keine Pflanze mehr.
Sondern zwei.
Aus zwei werden vier.
Aus vier werden...
Ach, lassen wir das lieber.
Ich werd wahnsinnig.
Im Wohnzimmer stehen schon welche.
Beim Joachim unten stehen inzwischen auch welche.
Und wenn ich den nächsten teile, bekomme ich schon wieder Nachwuchs.
Eigentlich müsste ich langsam anbauen.
Oder das Treppenhaus begrünen.
Wobei...
Jetzt, wo ich so darüber nachdenke, ist das vielleicht gar keine schlechte Idee.
Unten gibt es nämlich einen schönen Absatz. Früher haben dort die Geranien meiner Schwiegermama überwintert.
Ich glaube, der wird jetzt zum Bogenhanf-Platz.
Die mögen es dort wahrscheinlich sogar ganz gern, weil sie mit ein bisschen kühleren Temperaturen erstaunlich gut zurechtkommen.
Und wenn irgendwann wirklich kein Platz mehr da ist?
Dann suche ich jemanden, der sich genauso über sie freut wie ich.
So wie jetzt vielleicht bei meiner Monstera Dubia.
Ich könnte Pflanzen gar nicht einfach wegwerfen.
Wenn sie gesund sind, bekommen sie lieber ein neues Zuhause.
Irgendwie ist das bei mir mit Pflanzen genauso wie mit Katzen.
Wenn Platz da ist, dürfen sie bleiben.
Und wenn nicht mehr genug Platz da ist, wünsche ich mir einfach Menschen, die sie genauso gern haben wie ich.
Ach ja...
Dieses Jahr hatten meine Bogenhanf übrigens noch ganz anderen Besuch.
Die kleinen grünen Raupen, die vorher schon meinen Christusdorn entdeckt hatten, fanden wohl auch den Bogenhanf ganz interessant.
Plötzlich hatten die Blätter lauter Löcher.
Nicht dramatisch.
Aber ich musste schon lachen.
Offenbar hatten die beschlossen, einmal die komplette Speisekarte meiner Hexenküche durchzuprobieren.
Der eine meiner Bogenhanf trägt diese kleinen Erinnerungen heute noch.
Und weißt du was?
Ich lasse die sogar.
Nicht, weil ich Löcher so schön finde.
Sondern weil sie inzwischen zur Geschichte der Pflanze gehören.
Genau wie die Teilungen.
Genau wie die vielen Ableger.
Und genau wie der nächste Topf, der irgendwann wieder viel zu klein sein wird.
Denn eines weiß ich jetzt schon.
Der Bogenhanf wird sich schon melden, wenn er wieder umziehen möchte.
Das könnte dich auch interessieren:
🌿 Hilfe, ich wohne im Dschungel!
🌿 Pflanzen sind Lebewesen. Punkt.
🌿 Der Christusdorn, der mich überrascht hat.
🌿 Warum ich lieber kleine Pflanzen kaufe.


Kommentare